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Mittwoch, 14. Oktober 2015

Udon Nudeln mit Pak Choi und Rindvleisch

 
vegan-o-mania kann auch asiatisch!

In einem meiner ersten Rezepte-Posts vor ca. drei Jahren (Soja-Rinderfilets mit Kürbis-Kartoffelpüree und brauner Pilzsoße - auch sehr lecker übrigens) hatte ich euch ja schon mal mit den „Soja-Rinderfilets“ von Vantastic Foods bekannt gemacht. Inzwischen kann man diese Zutat (und viele andere vegane Produkte) sogar ganz bequem im tegut in Mainz kaufen und muss den Kram nicht mehr im Internet bestellen oder nach Frankfurt ins Veganz fahren.

Ein bißchen  sehr gruselig echt sehen die Soja-Rinderfilets aber nach dem Einweichen immer noch aus und landen normalerweise nicht allzu oft auf meinem Teller. Zu Bortschtsch oder asiatischen Gerichten sind die Rinderfilets aber ein toller Begleiter und deshalb habe ich immer einen kleinen Vorrat zuhause, falls mal der Inhalt der Gemüsekiste z.B. nach einem asiatischen Gericht schreit – so wie es heute der Fall war, als mich ein gigantischer Pak Choi aus der Kiste anlachte.

In Kombination mit der Marinade, Chili, Ingwer, Paprika und japanischen Udon Nudeln ist daraus ein echt tolles Essen geworden, das wir in Nullkommanix weggeputzt hatten – probiert’s mal aus!


Nomnomnom....
Für ca. 3 Personen (oder 2 sehr hungrige):

100 g (Trockengewicht) Rinderfilets von Vantastic Foods
Gemüsebrühe
2 Knoblauchzehen
150 ml Sojasoße
100 ml lauwarmes Wasser
½ TL frisch geriebener Pfeffer
2 EL Sesamöl
2 EL Löwenzahnhonig oder Agavensirup
Öl zum Anbraten

100 g rote Paprika
400 g Pak Choi
frischer Ingwer
1 rote Peperoni
300 g Udon Nudeln (alternativ z.B. Mie Nudeln)

Optional: Thai-Basilikum Blätter



Gute Vorbereitung ist alles.

Die trockenen  Soja-Rinderfilets 8-10 Minuten in Gemüsebrühe weich kochen, kalt abspülen, zwischen den Handballen sorgfältig auspressen und – wer möchte – halbieren bzw. in Streifen schneiden. Die Knoblauchzehen fein hacken und mit der Sojasoße, dem Wasser, dem Pfeffer, dem Sesamöl und dem Löwenzahnhonig zu einer Marinade verrühren. Darin das Rindvleisch mindestens 1 Std. marinieren.
 
Verblüffend nah am Original....

Den Pak Choi waschen und den Boden abschneiden. Wenn es sich um einen großen Pak Choi handelt, die Blätter vom Stiel trennen, die Stiele würfeln und die Blätter in Streifen schneiden. Beim Baby Pak Choi die Stängel zusammen mit den Blättern in Streifen schneiden oder einfach ganz lassen. Die Paprika und die Peperoni entkernen und ebenfalls in feine Streifen schneiden. Ein Daumennagelgroßes Stück Ingwer schälen und fein hacken. 



Nach der Marinierzeit das Rindvleisch aus der Marinade nehmen und abtropfen lassen. Parallel schon mal das Nudelwasser aufsetzen, salzen und die Udon Nudeln nach Packungsanweisung kochen (3 Minuten, dann kalt abschrecken und abtropfen lassen). Das Rindvleisch in Öl in einer Wok-Pfanne oder anderen großen Pfanne unter Rühren ca. 5 Minuten von allen Seiten scharf anbraten. Dann die Pak Choi-Stiele, Paprika, Peperoni und Ingwer hinzugeben und ca. 3 Minuten mitbraten. Das Ganze dann mit den Pak Choi-Blättern und der Marinade verrühren noch ca. 1 Minute köcheln lassen. 



Mit den Udon Nudeln in der Pfanne mit dem Rindvleisch und dem Pack Choi vermischen, auf Tellern anrichten und mit Thai-Basilikum-Streifen (falls ihr welchen da habt) bestreuen. 

Dienstag, 29. September 2015

Cremiges Zucchini-Kohlrabi-Gemüse mit würzigem BBQ-Sojahack


Der Herbst ist zwar schon da, noch gibt es jedoch Zucchini und Kohlrabi aus heimischem Anbau. Letzte Gelegenheit also, nochmals ein leckeres Gericht aus diesen beiden leckeren Gemüsesorten zu zaubern. Dieses hier ist bei einer spontanen Kochaktion entstanden, denn eigentlich wollte ich mal wieder mein gutes altes Kohlrabirezept nachkochen. Während des Kochens fiel mein Blick dann aber auf die Zucchini in meinem Kühlschrank, die laut „Iss mich!“ riefen und schwupps hatte mich die Experimentierfreude gepackt. Kombiniert mit meiner BBQ-Sojahack-Erfindung war das Ergebnis dann so lecker, dass ich es euch nicht vorenthalten wollte. Ein tolles Sattmacher-Essen!

Zutaten für ca. 2 Personen:

200 g Sojagranulat
2 kleine Kohlrabi sowie die Blätter davon
500 g Zucchini
3 Packungen Hafersahne von Oatly
1 rote Zwiebel
ca. 200 ml Gemüsebrühe
vegane Barbecue-Soße (ich nehme z.B. immer „Bull’s Eye Original BBQ Sauce Rauchig“)
Brat-Olivenöl, Salz, Pfeffer, Thymian

Optional: Preiselbeermarmelade

Wasser zum Kochen bringen und das Sojagranulat darin 15 Minuten einweichen lassen, abgießen, mit kaltem Wasser ausspülen und dann mit den Händen sorgfältig die Flüssigkeit rauspressen. Kohlrabi schälen und in Stifte schneiden, Kohlrabiblätter in feine Streifen schneiden, Zucchini und Zwiebel würfeln.

Das ausgedrückte Sojagranulat in einer großen Pfanne mit reichlich Öl unter Rühren knusprig anbraten, mit ca. 2-3 EL Barbecue-Soße ablöschen, 2-3 Minuten karamellisieren lassen und aus der Pfanne nehmen (oder eine 2. Pfanne zur Hand nehmen). In der Pfanne die Zwiebel andünsten, dann zuerst den Kohlrabi mit anbraten bis er ein bißchen Bräune bekommt und schließlich noch die Zucchiniwürfel etwas mitbraten. Dann Gemüsebrühe hinzufügen und alles ca. 10 min. köcheln lassen. Anschließend das Sojahack, die Hafersahne und die Kohlrabiblätter reinkippen, alles nochmal kurz aufkochen lassen und mit Salz, Pfeffer und etwas Thymian würzen. 



Dazu passen Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree. Wer mag, tut noch eine Klacks Preiselbeermarmelade auf den Teller und isst diese dazu (von meiner finnischen Mama auch liebevoll „finnischer Ketchup“ genannt).



 

Sonntag, 30. November 2014

Gegen Novemberblues: Kartoffel-Weißkohl-Gratin

Lecker sahnig und würzig - uiuiui!...

An so einem grauen ersten Advent dürstet auch der vegane Gaumen nach deftigem Trost-Essen mit ordentlich Wumms. Kein Problem: Einfach den Weißkohl und die Kartoffeln aus der regionalen Gemüsekiste kramen, den Sojasahne-Vorrat geplündert und los gehts!

800 g festkochende Kartoffeln
800 g Weißkohl
600 ml Soja- oder Hafersahne
1 Knoblauchzehe
1 TL Majoran
1 TL Oregano
2 TL geriebene Muskatnuss
Salz, Pfeffer
1 kleiner Topf Hefeschmelz (Rezept siehe hier)

Kartoffeln schälen und in feine Scheiben schneiden. Vom Weißkohl die äußeren Blätter entfernen, vierteln, den Strunk herausschneiden und in feine Stücke schneiden. 


Mit wenigen Zutaten ein leckeres Winteressen gezaubert.

Die Sojasahne mit der fein gehackten Knoblauchzehen, und den Gewürzen verrühren, salzen und pfeffern. In einer Auflaufform zuerst den Weißkohl hineingeben und dann die Kartoffelscheiben darauf verteilen. Alles mit der gewürzten Sojasahne übergießen. 


Am Ende den Hefschmelz gleichmäßig oben drauf verteilen. 1 Stunde bei 180 Grad (Umluft) im Backofen überbacken bis die Kartoffeln und der Kohl gar sind und der Hefeschmelz eine goldgelbe Farbe hat. Mit Salat (bei uns gab’s Feldsalat mit Sojajoghurt-Essig-Dressing) servieren. 

Na, ist das nicht ne Wahnsinns-Kruste? Wer braucht da noch Käse aus Kuh-Drüsensekret!

Ich hoffe euch schmeckt's - Prost!

Montag, 22. September 2014

Juutes Berliner Gulasch, wa!

Gulasch Berlin-Style - geht übrigens auch ohne Reiseführer!
„Oh no – not another Gulasch-Rezept!” wird sich jetzt wohl der/die eine oder andere aufmerksame Leser/in meines Blogs denken. Aber dieses Gulasch nach einem traditionellen Berliner Familienrezept wollte ich euch einfach nicht vorenthalten - habe ich es doch der Omi eines Freundes von mir abgeluchst...ein Traum!

Wenn ihr auch mal wieder dieses Sonntags-Lecker-Essen-bei-Omi-Gefühl haben wollt, dann braucht ihr nur folgende Zutaten:

Für 4 Personen:

100 g Sojaschnetzel (gibt's z.B. bei tegut oder hier)
100 g braune Champignons
2 große rote Paprika
100 g Kartoffeln
2 mittelgroße rote Zwiebeln (ca. 250 g)
100 g Tomatenmark
2 ½ EL Bautzner Senf (gibts bei REWE, tegut, etc.)
50 g ungarisches, edelsüßes Paprikapulver
½ Liter Gemüsebrühe
1 Knoblauchzehe
1 Lorbeerblatt
½ TL Cayennepfeffer
½ TL Lebkuchengewürz
1 Prise Zucker

Den Backofen auf 275 Grad vorheizen. Die Sojaschnetzel mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten einweichen lassen. Die Paprika entkernen, halbieren, mit Öl bepinseln, etwas Salz bestreuen, mit der Schnittseite nach unten auf ein Backblech legen und ca. 10 Minuten bei 275 Grad Oberhitze grillen, bis sich kleine Blasen bilden – diese dürfen ruhig auch schon leicht kokelig werden. Aus dem Ofen nehmen und sofort mit einem Küchenhandtuch abdecken. 

Die Zwiebel in Spalten und die Champignons in Scheiben schneiden. Die Sojaschnetzel mit kaltem Wasser ausspülen, sorgfältig ausdrücken, mit den Zwiebeln, dem Tomatenmark, dem Senf und dem Paprikapulver in einer Schüssel vermischen und mariniern lassen.


Ossi-Senf und ungarisches Paprikapulver gibt dem Hauptstadt-Gulasch den besonderen Kick!

In der Zwischenzeit die gegrillte Paprika vierteln, häuten und in ca. 4 cm lange Streifen schneiden. In einem großen Topf die marinierte Gulaschmasse in 4 EL Bratöl ca. 5 Minuten unter Rühren bei großer Hitze anrösten (aber nicht anbrennen lassen!) bis das Tomatenmark bräunlich wird und die Masse anfängt, sich am Boden festzusetzen. Dann die kleingehackte Knoblauchzehe hinzufügen und alles bei reduzierter Hitze noch weitere 5 Minuten weiterdünsten lassen. Mit der Brühe aufgießen, Lorbeerblatt, Cayennepfeffer, Lebkuchengewürz, Prise Zucker, Kartoffeln, Pilze und Paprika hinzufügen und 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit gekochten Kartoffeln oder – noch besser – Kartoffelklößen und Rotkohl servieren. Dazu trinkt man ein kühles Berliner Pilsener, ist doch klar!


Nein, das ist KEIN Rinderfilet, sondern feinstes Filet von junger Paprika aus Freilandhaltung.

Dienstag, 29. April 2014

Tortilla Schichtsalat – Mexiko goes vegan!

Caramba - ist der lecker!
 
Schon lange hatte ich eine vegane Version meines früheren Lieblingssalats geplant und hatte bereits unzählige Male für diesen Zweck riesige Tüten Tortilla-Chips gekauft – die ich dann aber meistens einfach so – ohne Salat – aufgefressen habe. Um nicht irgendwann dem Vorwurf ausgesetzt zu sein, die Chips ja gar nicht immer für den geplanten Salat, sondern in erster Linie für abendliche Fressattacken zu kaufen, musste ich dann irgendwann mal Butter bei die Fische tun..äh, Verzeihung...Alsan-Margarine bei die Tofusticks mit Nigiri-Algen tun (puh, manchmal kann so ein 100 % veganes Leben auch sprachlich ganz schön anstrengend sein!) und mich ans Werk machen.

Heute war es deshalb endlich soweit: Inspiriert von diversen Rezepten für nicht-vegane Tortilla-Schichtsalate, die ich wild kombiniert und abgeändert habe, hier nun meine vegane Version dieses Party-Klassikers. Tadaaa! Und was soll ich sagen: Der Salat hat mich einfach aus den Socken gehauen, so UNGLAUBLICH lecker schmeckt er! Der absolute Hammer für jede Party! Die anderen Gäste werden sich sofort in euch verlieben, überzeugte Fleischesser werden weinend auf die Knie sinken und auf der Stelle Veganer werden und alle Männer werden euch ausnahmslos Heiratsanträge machen. Versprochen!



Und so geht’s:

Für eine große Schüssel:

1 Eisbergsalat
5 mittelgroße Tomaten
1 Dose Fuego Salsa mild von Kattus (oder 1 Flasche Texicana Salsa von Maggi)
2 Packungen (insgesamt 360 g) Sojahackfleisch von Provamel (bei Denns/Alnatura)
-> Alternativ könnt ihr das Sojahack auch aus Sojagranulat selbst herstellen (wie z.B. hier beschrieben) Aber das fertige Sojahack von Provamel passt besonders gut zu diesem Salat, finde ich!
1 kleine rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Bratolivenöl
2 Essreife Avocados
Saft einer halben Limette
1 Dose (400g) Kidneybohnen (Abtropfgewicht 240 g)
1 Dose (300g) Mais (Abtropfgewicht 285 g)
Veganer Schmand aus 500 g Sojajoghurt (siehe Beschreibung unten) - der Schmand von Soyananda (bei Denns/Alnatura) geht bestimmt aber auch.
1 Handvoll frischer Koreander
2 kleine Frühlingszwiebeln
ca. 150 g veganer Käse, am Besten den von Wilmersburger (gibts z.B. im tegut)
1 Tüte Tortilla Chips natur mit Salz (z.B. „Fuego“ von Kattus)
Zitronensaft, Chiliflocken, Oregano, gemahlener Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer

Wenn ihr keinen fertigen veganen Schmand verwenden wollt, müsst ihr zunächst den Schmand vorbereiten, am Besten 1/2 Tag vorher. Der Schmand wird im Prinzip genauso wie der vegane Frischkäse (Anleitung siehe hier) durch Abtropfenlassen hergestellt, die Konsistenz sollte beim Schmand aber etwas cremiger als beim Frischkäse sein. Wenn die abgetropfte Masse zu fest geworden sein sollte, rührt ihr deshalb einfach nochmal etwas frischen Sojajoghurt rein. Wichtig: Auf keinen Fall für die Schmandherstellung den Sojajoghurt von Alpro Soja nehmen – dieser ist zu süß und daher ungeeignet! Am Besten eignet sich für herzhafte Gerichte der Sojajoghurt von Sojade. Provamel ist aber auch noch ganz OK.


Für den Salat zunächst die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, fein würfeln bzw. hacken und in 3 EL Olivenöl andünsten. Das Sojahack hinzufügen und ca. 3-5 Minuten anbraten und mit Chiliflocken, Oregano, Salz und Pfeffer würzen. Beiseite stellen und abkühlen lassen. 

Verblüffend echt - Sojahack von Provamel
Vom Eisbergsalat die äußeren Blätter und den Strunk entfernen (am Besten nicht mehr waschen, da der Salat sonst zu wässrig wird) und in kleine Stücke/Streifen schneiden.

Die Tomaten würfeln, die Bohnen kurz abspülen und abtropfen lassen und den Mais ebenfalls abtropfen lassen.

Die Avocados entkernen, aus der Schale holen, fein würfeln und mit dem Limettensaft und etwas Salz vermischen.

Den Koreander waschen, ausschütteln und fein hacken. Die Frühlingszwiebel ebenfalls einschließlich des grünen Teils fein hacken. Koreander und Frühlingzwiebel mit dem Schmand verrühren und mit Zitronensaft, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Zutaten nun wie folgt in einer Schüssel schichten (am Schönsten sieht’s natürlich in einer Glasschüssel aus): Eisbergsalat, Tomaten, Salsa, Sojahack, Kidneybohnen, Mais, Avocados. Am Ende den Schmand auf dem Salat verteilen und mit dem geriebenen/ fein gewürfelten veganen Käse bestreuen.

Die Tortilla-Chips erst kurz vor dem Servieren mit den Händen leicht zerbröseln und den Salat damit bestreuen. 



 

 

Manche lassen den Salat vorher noch durchziehen - ich finde aber, das braucht man nicht unbedingt – ich habe ihn nach 15 Minuten gegessen und er war grandios. Wenn überhaupt, dann reicht die Fahrtzeit zur Party also allemal, würde ich sagen.

Lasst es euch gut schmecken! :)




Montag, 2. Dezember 2013

Kartoffel-Paprika-Gulasch mit Rotwein - und dazu eine kleine vegane Weinkunde...




Ich weiß ja nicht, ob ihr bisher schon mal eines dieser typischen veganen Gulasch-Rezepte inklusive des obligatorischen Fleischersatzes aus texturierten Sojawürfeln ausprobiert habt, die durch sämtliche veganen Kochbücher geistern – mich haben diese veganen Gulaschvarianten bisher auf jeden Fall nicht so wirklich überzeugen können. Meinem Geschmack nach waren die Sojawürfel irgendwie immer zu dominant und faserig und haben so den feinen würzigen Gulaschgeschmack untergraben.

Wie gut schmeckt dagegen so ein Kartoffelgulasch ganz ohne Sojawürfelschnickschnack, wie z.B. das Kartoffelgulasch mit Austernpilzen, dass ich vor einiger Zeit schon mal hier in meinem Blog gepostet habe! Heute habe ich nun noch eine andere Variante ausprobiert, mit ordentlich Rotwein, Paprika, Champignons und eingelegten sauren Gurken. Oh Mann, war das vielleicht lecker! Ich konnte kaum aufhören zu essen, sag ich euch. 

Eine alte Profikoch-Weisheit ist es übrigens, nur guten Rotwein zum Kochen zu nehmen. Also vergesst bitte diese schreckliche Angewohnheit, irgendeinen Fusel als „Kochwein“ zu kaufen, ihr werdet es anschließend fürchterlich bereuen. Außerdem spricht ja nichts dagegen, beim Kochen nebenbei auch schon mal ein Gläschen des edlen Tropfens pur zu Schlürfen, wenn die Flasche denn eh schon offen ist – und wer würde denn da freiwillig zum „Kochwein“ greifen wollen, bitteschön?

Ich decke ich mich übrigens immer mit veganem Rotwein aus Rheinhessen beim (Bio-) Weingut Riffel in Bingen-Büdesheim oder beim 100% (!) veganen Weingut Neumer in Uelversheim ein – hier tragen sogar alle Weine das Vegan-Siegel (Veganblume) der Vegan Society. Vom Weingut Riffel kann ich den charaktervollen Pinot Noir & Dornfelder Cuvée empfehlen, ein ausgezeichneter Wein, der richtig Laune macht. Vom Weingut Neumer trinke ich besonders gerne den Lagen-Spätburgunder „Schloss Herrnsheim“ - ein Traum aus Kirschen-, Beeren- und Gewürzaromen.




Wer sich jetzt fragen sollte, wieso bei Wein, der ja bekanntermaßen nur aus Weintrauben gemacht wird, überhaupt Zweifel daran bestehen könnten, dass er nicht vegan sein, dem sei gesagt, dass zwar nicht im Wein selbst, jedoch bei der Weinerzeugung zur Klärung und Filterung oft tierische Produkte wie Gelatine, Kasein, Hühnereiweiß oder Fischblase eingesetzt werden. Diese Hilfsstoffe binden Trübteilchen im Wein, die dann ausflocken, sich absetzen und sodann abgefiltert werden können - was den Herstellungsprozess beschleunigt. Nur wenn die Herstellung eines Weines ganz ohne diese Tierprodukte auskommt, indem üblicherweise Bentonit (Tonmineral) zur Klärung genutzt wird, kann ein Wein als vegan bezeichnet werden.

So, jetzt aber genug gesoffen, nun gehts ans Kochen!

Für das Gulasch braucht ihr für 4 Personen:

500 g Kartoffeln
300 g Paprika
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
150 g Tomaten
100 g Tomatenmark
300 ml Gemüsebrühe
200 g braune Champignons
3 TL Paprikapulver
250 ml guten veganen Rotwein
2 EL Sojasoße
3 EL Gurkensud
Brat-Olivenöl
5 eingelegte Gewürkgurken
Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer oder Chili-Pulver

Die Kartoffeln schälen, waschen und würfeln. Von den Paprikaschoten die Kerne entfernen und die Paprika in mundgerechte Stücke schneiden. Die Tomaten ebenfalls in kleine Stücke schneiden.

Die Zwiebel schälen und fein würfeln, die Knoblauchzehen fein hacken und beides in 3 EL Olivenöl kurz andünsten. Dann die Kartoffelwürfel hinzugeben und für ca. 3 Minuten unter Rühren mitbraten. Nun das Tomatenmark einrühren und so lange karamellisieren lassen, bis es leicht bräunlich wird.



Mit Rotwein ablöschen, dann die Paprikastücke, Paprikapulver, Sojasoße, Gemüsebrühe und die klein geschnittenen Champignons hinzufügen, kurz aufkochen lassen und dann alles bei kleiner Flamme ca. 20 Minuten köcheln lassen. 5 Minuten vor Kochzeitende den Gurkensud und die klein gewürfelten Gewürzgurken hinzugeben.

Mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer oder Chilipulver abschmecken und z.B. mit Sprielli-Nudeln aus Hartweizengrieß oder mit Baguette servieren. Dazu den Rest vom Rotwein trinken.:)


Ach so, bevor ich es vergesse: Griechischer Rotwein geht auch! ;-)

Sonntag, 1. Dezember 2013

Mangold-Quiche





Vor ca. 1 Woche habe ich in meinem Garten noch mal eine große Mangold-Ernte eingefahren. Dabei haben mich mehrere Dinge sehr überrascht:

1. dass ich es überhaupt fertig gebracht habe, Mangold selbst anzubauen (worauf ich sehr stolz bin)
2. dass die Schnecken mir überhaupt noch etwas übrig gelassen hatten und
3. was man zu dieser Jahreszeit und bei diesen bereits sehr niedrigen Temparaturen tasächlich noch so alles Essbares im Garten finden kann. Außer Mangold hatte ich nämlich noch Kohlrabi, Rucola, Spinat, Radieschen und Koriander geerntet – und das Mitte/Ende November!

Meine erster selbst angebauter Mangold :)
Aus dem Mangold-Berg habe ich dann an mehreren Tagen verschiedene leckere Gerichte gezaubert, unter anderem diese Quiche, die ich schon immer mal ausprobieren wollte. Beim Rezept habe ich mich von diversen (nicht-veganen) Rezepten aus dem Internet inspirieren lassen, die ich einfach entsprechend abgewandelt habe.

Herausgekommen ist eine leckere, sehr sättigende Quiche, die kalt fast noch einen Ticken besser schmeckt - ideal also zum Mitbringen für Parties etc.

Rezept für ca. 4-6 Personen:
 

190 g Weizenmehl
90 g Alsan-Margarine
3 EL Wasser
Salz
800 g Mangold
1 Knoblauchzehe
60 g Pinienkerne
1-2 Tomaten
400 ml Sojasahne
4 EL Hefeflocken
3 EL Mandelmus
evtl. 1 TL Guakernmehl
Oregano, Muskat, Salz, Peffer
Brat-Olivenöl

Das Mehl mit der weichen, zimmerwarmen Margarine zu einer krümeligen Masse verarbeiten und anschließend mit 3 EL Wasser und einer Prise Salz weiter zu einem weichen Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und leicht bemehlt in einer Schüssel 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Nach der Ruhezeit eine leicht gefettete Springform mit 26 cm Durchmesser mit dem Teig dünn auskleiden und dabei rundherum einen ca. 4 cm hohen Teigrand formen. Den Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen und im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad Umluft ca. 10 Minuten vorbacken.



In der Zwischenzeit den Mangold in Salzwasser kurz blanchieren, ausdrücken, die Stiele in feine Würfel und die Blätter in feine Streifen schneiden. Die Koblauchzehe fein hacken und die Pinienkerne grob hacken.

In einer Pfanne in 3 EL Brat-Olivenöl zuerst die Mangoldstiel-Stücke und dann unter Hinzufügen des Knoblauchs die Blätter anbraten, bis sie ein wenig weich geworden sind. Dann die Sojasahne, die Hefeflocken und das Mandelmus hinzufügen und alles unter Rühren nochmals kurz erhitzenlassen, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Sollte sie zu dünnflüssig sein, noch Hefeflocken und Mandelmus oder 1 TL Gukernmehl hinein rühren.



Mit Salz, Pfeffer, 1 TL Oregano und einer Prise Muskat kräftig abschmecken und die Masse in die Springform auf den vorgebackenen Boden geben. Die Tomaten in Scheiben schneiden, die Quiche damit belegen und dann das Ganze im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad (Umluft) ca. 40 Minuten backen. 




Schmeckt warm und kalt! Dazu passt sehr gut ein knackiges Salätchen.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Rote-Bete-Carpaccio mit Birnen, Walnüssen und Rucola


Heute gibt’s ein einfaches, leckeres und schön herbstliches Rezept mit meinem Lieblingsgemüse Rote Bete (ihr erinnert euch:
Der Beginn einer großen Liebe). Ein tolles blutrotes Carpaccio, für das jedoch kein Rind sein Leben lassen musste. Ich glaube, das wird es bei mir dieses Jahr an Weihnachten als Vorspeise geben!

Habt ihr denn euer veganes Weihnachtsmenü schon geplant? Ideen findet ihr auf vegan-o-mania
hier, man/frau kann schließlich nie früh genug mit der Planung anfangen - nur noch 2 Monate! *panik*...

Carpaccio für zwei Personen:

250 g Rote Bete (frisch oder vakuumiert)
110 g Walnüsse
1 Bund Rucola
100 g Birne

Für das Dressing:
2 EL Olivenöl
2 EL Weißweinessing / Aceto Bianco
1 TL Agavensirup
1 TL Dijonsenf
Salz, Pfeffer

Die Walnüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Öl leicht anrösten und grob hacken. Die frische Rote Bete in Wasser ca. 40 garen und schälen bzw. die gekochte vakuumierte Rote Bete aus der Packung nehmen und auf dem Gemüsehobel in feine dünne Scheiben hobeln. Den Rucola waschen und trocken schütteln und die Birne entkernen und fein würfeln. Die Zutaten für das Dressing vermischen.

Nun auf einem Teller jeweils die dünnen Rote-Bete-Scheiben gleichmäßig, leicht überlappend verteilen bis der ganze Teller bedeckt ist. Mit den Walnüssen, der Birne und dem Rucola bestreuen und das Dressing darüber träufeln. Mit Baguette oder Ciabatta servieren. 

Sonntag, 13. Oktober 2013

1001 Crumbles - Apple-Crumble und Co

Apfel-Zwetschgen-Crumble
Seitdem ich vor einiger Zeit die sogenannten „Crumbles“ für mich entdeckt habe, gibt es regelmäßig eine große Auflaufform davon – nicht gerade ein Diätessen, aber guuuuut.

Das Tolle an Crumbles ist, dass man sie eigentlich mit jedem Obst zubereiten kann - es müssen also nicht unbedingt immer Äpfel sein. Sie sind superschnell gemacht und stellen eine gute Möglichkeit dar, um z.B. die ganzen Äpfel, Birnen und Zwetschgen zu verarbeiten, die Woche für Woche in meiner regionalen Bio-Gemüsekiste geliefert werden – zusätzlich zu denen, die ich aus dem Garten oder von Gassi-Runden über Streuobstwiesen mitbringe. Aus Rhabarber, Erdbeeren und Mirabellen kann man übrigens auch wundervolle Crumbles zaubern. Hier ein kleiner Rückblick ins vergangene Crumble-Jahr:
 

Rhabarber-Crumble mit selbstgemachtem Mandelmus-Vanille-Eis
Der Klassiker: Apple-Crumble mit Vanillesoße
Zwetschgen-Crumble mit veganer Sprühsahne
Nun aber zurück zum Klassiker: Für das Grundrezept für eine große Auflaufform Apple-Crumble (reicht für ca 4 Personen) braucht ihr:

5 große Äpfel (oder anderes Obst nach Belieben – der Boden der Auflaufform sollte mit dem Obst gut bedeckt sein)
150 g Weizen- oder Dinkelmehl
ca 90-100 g Alsan-Margarine
100 g Rohrzucker
Zimt 


Evtl. 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (z.B. von Alnatura oder Biovegan) und 500 ml Hafermilch (am Besten die von Alnatura), alternativ: vegane Schlag- oder Sprühsahne (z.B. Sprühfix von Leha, gibts' im tegut in Mainz)

Die Äpfel schälen, entkernen und würfeln. Das Mehl mit der weichen Margarine und dem Rohrzucker mit den Händen verkneten, bis der Teig bröselig wird und die typischen Streusel entstehen. Wenn die Streusel zu fettig sind, einfach noch ein bißchen Mehl dazugeben.


Den Boden der Auflaufform mit den Apfelstückchen bedecken und mit etwas Zimt bestäuben. Darauf nun die Streusel gleichmäßig verteilen.  


Rhabarber-Crumble vorher - nachher
Bei 180 Grad (Umluft) auf der mittleren Schiene im Ofen ca. 30 Minuten backen. Am Ende ein bißchen aufpassen, damit die Streusel nicht zu dunkel werden – sonst schmeckt’s verbrannt und trocken.

Wer will, macht noch schnell eine Vanillesoße dazu (aus Hafermilch und einem Vanillepuddingtütchen) Mit veganer Schlagsahne (z.B. Sprühfix von Leha) schmeckt es aber auch ganz wunderbar.


Streusel!
 

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Zucchinisuppe mit Räuchertofu-Mandelmuscreme-Topping


Unspektakulär - aber immer wieder lecker!

Auch wenn die Zucchini-Schwemme im Garten langsam am Abebben ist, so erscheint dennoch hier und da immer noch der eine oder andere Zucchini-Oschi, der verarbeitet werden will. Um dem reichen Segen an Kürbisgewächsen Herr bzw. Herrin zu werden, mache ich gerne diese leckere Suppe, in der man schnell die ganzen riesigen Zucchiniprügel versenken kann und die sich auch gut einfrieren lässt - damit man auch noch an dunklen Winterabenden von sonnengelben Zucchiniblüten und Vogelgezwitscher träumen kann.....

Für 4 Personen:

650 g Zucchini
150 g Kartoffeln
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
600 ml Gemüsebrühe
40 g Räuchertofu
Brat-Olivenöl
1 EL Mandelmus
2 EL Wasser
Salz, Pfeffer, Zitronensaft

Die Kartoffeln schälen und würfeln. Die Zwiebel würfeln, die Knoblauchzehe plattdrücken und fein hacken und beides in 2 EL heißem Olivenöl in einem Topf glasig andünsten lasen. Kartoffeln kurz mitdünsten und dann alles mit der Gemüsebrühe aufgießen und 10 Minuten leicht köcheln lassen.

Die Zucchini putzen und grob würfeln. Ca. 50 g beiseite stellen und klein würfeln. Die restlichen Zucchini zu den Kartoffeln geben und alles zusammen 5 Minuten kochen lassen. 


Den Räuchertofu ebenfalls fein würfeln und zusammen mit den beiseite gestellen Zucchiniwürfeln mit 1 EL Olivenöl in der Pfanne von allen Seiten knusprig anbraten. Das Mandelmus in einem kleinen Topf mit eine Schneebesen mit dem Wasser verrühren und kurz erhitzen, so dass sich eine geschmeidige Creme bildet.

Die Suppe fein pürieren und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Die Suppe mit den Zucchini-Räuchertofu-Würfeln bestreuen und mit der Mandelmuscreme servieren. 

Montag, 7. Oktober 2013

Steinpilzsuppe - der Herbst ist da!

Einfach, edel und lecker!

Steinpilze habe ich die meiste Zeit meines Lebens bisher immer nur auf dem Mainzer Wochenmarkt aus der Ferne bewundert, wegen des hohen Preises (aktuell im Internet bis zu 59,- EUR (!) pro Kilo) habe ich mich jedoch nie überwinden können, welche zu kaufen. Selber welche sammeln zu gehen kam mir nie in den Sinn – dafür hatte ich schon zu viele Reportagen gesehen und Geschichten von Ärzten gehört, in denen es um (oft gescheiterte) Lebertransplantationen von Hobby-Waldpilzsammlern ging, die nach 20 Jahren Pilzsammelerfahrung dann doch mal den falschen Pilz ins Körbchen gelegt hatten.

Dieses Jahr nun scheint der Bann gebrochen – nachdem ich letzte Woche beim Wandern selbst schon über Steinpilze gestolpert war, habe ich nun auch noch einen riiiesigen Korb mit tollen Pilzen von einem netten Nachbarn geschenkt bekommen – der Wahnsinn!



Hier schlummert ein kleines Vermögen....
Todesmutig habe ich mich deshalb an die Zubereitung gewagt und dieses fantastische klassische Süppchen gezaubert und sogar schadlos genossen. Sehr, sehr fein, sag ich euch!

Für einen Pott Steinpilzsuppe (für 5- 6 Personen) braucht ihr:

Eine(n) Freund(in), der/die sich gut mit Pilzen auskennt und euch in den Wald mit nimmt (wahlweise einen netten Nachbarn, der euch einfach welche schenkt)
500 g frische Steinpilze
200 g Kartoffeln
2 rote Zwiebeln
Brat-Olivenöl
300 ml Weißwein (bitte zur Feier des Tages den teuren Riesling rausholen – ihr kocht hier schließlich mit Pilzen für knapp 30 EUR!)
500 ml Gemüsebrühe
200 ml Sojasahne (am Besten von Natumi -> gibt’s in Mainz im Alnatura)
Pfeffer, Salz, Oregano (getrocknet)

Die Pilze putzen und in kleine Stückchen schneiden. Die Kartoffeln und die Zwiebeln schälen und fein würfeln. In einem großen Topf 4 EL Olivenöl erhitzen und die Kartoffeln und die Zwiebeln darin ca. 4 Minuten andünsten. Dann 2/3 der Pilze dazu geben und nochmals ca. 5 Minuten mit anbraten. Mit dem Weißwein ablöschen und eine Weile einkochen lassen.



Die Gemüsebrühe und 1 TL Oregano hinzugeben und 10 Minuten offen köcheln lassen. Anschließend die Sojasahne hinzugeben und alles mit dem Pürierstab pürieren. Falls die Suppe zu breiig werden sollte, einfach noch ein bißchen Wasser hinzugeben. Nochmals kurz erhitzen und mit Pfeffer und Salz kräftig abschmecken.

Die restlichen Pilze in einer Pfanne mit 2 EL Olivenöl kräftig anbraten. Die Suppe mit den angebratenen Pilzen und mit ein paar Blättchen Oregano garnieren. 


Falls das Mandelmus mal wieder ausverkauft sein sollte oder man/frau nicht schon wieder ein Mandelmusglas für 7,50 EUR in den Topf hauen möchten, empfehle ich zum Kochen als preiswerte Alternative die Sojasahne von Natumi...

Samstag, 21. September 2013

Kaiserlicher Rettich-Käse-Salat


Als Veganer/in bekommt man/frau öfters gerne mal den entsetzten Aufschrei „Waaas? Auch kein Kääääse mehr? Das könnte ich ja NIE drauf verzichten!“ zu hören.

Nun, erstaunlicherweise ist es aber tatsächlich so, dass die Erinnerung an Käse ziemlich schnell verblasst, insbesondere da die meisten Menschen, die sich für die vegane Ernährungsweise entscheiden, so sehr mit der Entdeckung der ganzen neuen Geschmäcker und Genüsse (siehe der nur kleine (!) Einblick hier auf vegan-o-mania) beschäftigt sind, dass die Geschmacksknospen nur noch wenig Zeit und Gelegenheit haben, angegammelten oder sogar mit Schimmelpilz versetzten Produkten aus Muttermilch für Kuhbabies hinterherzutrauern. Aber auch für diejenigen, die über ein hartnäckigeres Erinnerungsvermögen verfügen, gibt es eine Lösung: Veganer Käse!

Hier hat die Produktentwicklung in den letzten zwei Jahren rasante Fortschritte gemacht. Ein Meilenstein in der veganen Käseproduktion ist dabei zweifelsohne der legendäre „Wilmersburger Scheibenkäse“ oder der „Jeezini Santi“ Scheibenkäse, die beide vom Aussehen, der Konsistenz und dem Geschmack her einem milden Gouda oder Butterkäse verblüffend nahe kommen. So müssen auch ehemalige Käsefans beim Frühstück nicht auf das geliebte Käsebrot bzw. –brötchen verzichten. Meine Lieblingssorte ist im Moment der „Wilmersburger Cheddar Style“, der noch einen Ticken würziger ist als die klassische Variante.  



Links der Wilmersburger Cheddar-Style, rechts der Veggie-Aufschnitt von Aldi (Süd)


Von der Firma Wilmersburger (und anderen) gibt es sogar einen geriebenen Pizzakäse, den man auf seine vegane Pizza streuen kann und der dann ähnlich wie „normaler“ Pizzakäse schmilzt - obwohl ich persönlich für diese Zwecke nach wie vor lieber den guten alten selbstgemachten Hefeschmelz verwende (Rezept siehe hier).

Abgesehen von Käsebrot und Pizza kann man mit veganem Käse aber auch noch andere leckere Sachen zaubern – z.B. diesen würzigen Rettich-Käse-Salat mit süßem Senf – passend zur Oktoberfestsaison!

Den schönen rot-lila Rettich (links unten im Bild) habe ich von meinem netten Schrebergartennachbarn geschenkt bekommen – aber ich denke, hier kann man auch jede andere Sorte nehmen. Der Salat schmeckt am Besten, wenn er ein bißchen durchgezogen hat und eignet sich wunderbar für’s herbstliche Picknick oder für die kleine Pause beim Unkräutjäten im Garten. ;-)



Bunte Ernte in der 47
Und so geht’s: 

Für 2 bis 3 Personen:

150 g Rettich
120 g (5 Scheiben) Wilmersburger Scheibenkäse „Cheddar Style“ (gibt’s in Mainz beim tegut am Südbahnhof oder hier)
125 g Veganer Vurstaufschnitt, z.B. „Veggie Aufschnitt“ von Aldi (ansonsten geht aber auch Räuchertofu).

Für das Dressing:
1 rote Zwiebel
2 EL Himbeeressig
2 TL süßer Senf
4 EL Öl (neutral)
2 EL Wasser
Salz, Pfeffer

Den Rettich waschen, schälen und zu dünnen Scheiben hobeln. Den Käse und den Aufschnitt in schmale Streifen schneiden. Die Zwiebel in feine Scheiben schneiden.
Alle Zutaten für das Dressing miteinander verrühren und zusammen mit Rettich, Käse, Aufschnitt und Zwiebel in einer Schüssel gut vermischen. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen und mit Vollkorn- oder Graubrot genießen. Dazu passt ein kühles Bierchen....
Auch von Pelznasen heiß geliebt: Veganer Käse und veganer Aufschnitt

Freitag, 2. August 2013

Spaghetti mit Rote-Bete-Soße, Knuspertofu und Walnüssen



Und weiter geht’s mit Rote-Bete-Rezepten, heute mal in Form einer vegan-o-mania-Freestyle-Spaghettisoße. Die schmeckt nicht nur superlecker, sondern färbt die Spaghetti nach dem Vermischen in ein aufsehenerregendes, kreischendes Pink – eure Kids werden begeistert sein!  


Für 2 Personen:

200 g frische rote Bete (zur Not tut’s auch gekochte, vakuumierte)
1 Knoblauchzehe
1 rote Zwiebel
50 g Räuchertofu
100 g Tofu
200 ml Gemüsebrühe
1 TL frischer gehackter Thymian
2 EL Mandelmus
1 TL Agavensirup
1 EL Aceto Balsamico
20 g Walnüsse
Brat-Olivenöl, Salz, Pfeffer
500 g Spaghetti aus Hartweizengries

Die frische rote Bete waschen, den Stielansatz entfernen und ca. 40 Minuten in Wasser weichkochen, abschrecken und die Haut abpellen (dabei am Besten Küchenhandschuhe tragen). Die Walnüsse in einer beschichteten Pfanne kurz anrösten und grob hacken.

Den Räuchertofu und den Tofu fein würfeln und in ca. 4-5 EL Brat-Olivenöl von allen Seiten schön knusprig anbraten. Salzen und Pfeffern und zur Seite stellen.

Die Zwiebel fein würfeln, die Knoblauchzehe mit der Messerseite plattdrücken und ebenfalls fein hacken. Die Zwiebelwürfel in 3 EL Brat-Olivenöl glasig andünsten, die Rote-Bete-Würfel hinzugeben und ca. 5 Minuten anbraten. Den Knoblauch, den Thymian und den Agavensirup hinzufügen, kurz andünsten, mit der Gemüsebrühe ablöschen und ca. 5 Minuten weiterköcheln lassen.

In der Zwischenzeit das Nudelwasser zum Kochen bringen und die Nudeln nach Packungsanweisung kochen. Nach der Kochzeit abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken.

Die Rote-Bete-Soße mit 2 EL Mandelmus verfeinern und falls sie zu sehr eindickt, mit Wasser verdünnen. Mit 1 EL Aceto Balsamico, Salz und Pfeffer abschmecken.

Spaghetti mit der Soße anrichten und mit dem Knuspertofu und den gehackten Walnüssen bestreuen. 




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